Ziele und Angebote des Unternehmensnetzwerkes MoDiSeM

 

Abgrenzung von einem aktuellen Hype

Im Bereich der Mobilität sind gegenwärtig zwei Megathemen in aller Munde:

  • Übergang zu Elektromobilität im Individualverkehr
  • Autonomes Fahren auf Straßen und Autobahnen

Keines dieser beiden Megathemen steht im Zentrum des Netzwerkes.

Literaturempfehlung:
Maurer, M.; Gerdes, J. Ch.; Lenz, B.; Winner, H (Hrsg.):
Autonomes Fahren. Technische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte.
ISBN 978-3-662-45853-2
Springer Open. 2015

Und noch zwei Abgrenzungen:

  • MoDiSeM wird nicht ins Wasser steigen, mobile Services auf und unter Wasser gehören nicht zum Spektrum der Netzwerk-Tätigkeit.
  • Gleiches gilt für die Höhen über der Flughöhe von UAV.

Thematische Schwerpunkte des Netzwerkes

Weitaus weniger Beachtung als Elektromobilität und autonome PKW finden derzeit fahrerloser Transport und die automatisierte Durchführung mobiler Dienste und Services in nichtöffentlichen bzw. halböffentlichen Räumen.

Beispiele dafür gibt es in

  • industriellen Unternehmen,
  • Krankenhäusern,
  • Bibliotheksräumen,
  • Warenverteilzentren,
  • Flughafen-Vorfeldern.

Solchen und anderen Anwendungsbereichen wird sich MoDiSeM widmen. Dabei geht es nicht nur um bewegte Fahrzeuge selbst, sondern (natürlich) auch um die notwendige Infrastruktur (wozu auch digitale Bewegungsmodelle gehören).

Darüber hinaus wird das Netzwerk offen sein für die Realisierung von Services und Kleintransporten auch mittels UAV (Unmanned Areal Vehicles). Im Laufe der Arbeit des Netzwerkes kann sich z. B. herausstellen, dass eine bisher terrestrisch gebundene Dienstleistung besser mittels UAV durchführbar ist. Die Arbeit von MoDiSeM wird hier auf die weitere Automatisierung von Flugbewegungen im Hinblick auf entsprechende Services fokussiert. Dabei spielen auch Optimierungsprobleme (im mathematischen Sinn) eine wichtige Rolle.

Ein großes, bis auf Ausnahmen noch unerschlossenes Innovationspotenzial liegt im Bereich der Kollaboration von (terrestrischen) Fahrzeugen und unbemannten Fluggeräten (UAV). Hier wird vom Netzwerk ein interessantes Feld für Cross Innovation gesehen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Netzwerkarbeit wird näher am menschlichen Körper liegen. Es geht dabei um Unterstützung der Mobilität von Menschen mit Bewegungsbeschränkungen. Verbindungen mit dem MoDiSeM-Themenfeld „autonomes Fahren“ fordern Cross Innovation geradezu heraus.

Die thematischen Schwerpunkte zusammengefasst:

  • Fahrerloser (autarker) Transport im nichtöffentlichen bzw. halböffentlichen Raum
  • Mobile, automatisierte Services im nichtöffentlichen bzw. halböffentlichen Bereich
  • Infrastrukturen für den Einsatz elektrisch betriebener Kleinfahrzeuge im öffentlichen und nichtöffentlichen Raum
  • Automatisierung von Services mittels UAV
  • Unterstützung der Mobilität von Menschen mit Bewegungseinschränkungen

Beipiel:
Bereits lange vor Etablierung des Netzwerkes MoDiSeM wurden in der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin im Technologiepark Berlin-Adlershof zwei leistungsfähige autonome Transport-Roboter (Hase & Igel) in Betrieb genommen.
Mit freundlicher Genehmigung: UB der HUB

Copyright: Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, Anja Herwig

Beispiel:
Schematisierte Illustration der Optimierung von Routen unter Berücksichtigung beschränkter Ressourcen und der Optimierung der Position von Start und Ziel.

a) Bei einem festen (optimierten) Standort von Start und Ziel wurde auf Grund der Ressourcen-Restriktionen eine Dekomposition einer einzelnen optimierten ("theoretischen") Rundreise in 6 praktisch realisierbare Routen vorgenommen.
b) Die operative Tätigkeit z. B. eines UAV wurde auf zwei sukzessive Positionen von Start/Ziel verteilt. Die Anzahl der notwendigen Flugrouten reduziert sich gegenüber Bild a von 6 auf 4, die verbliebenen Routen werden z. T. erheblich kürzer.

Ziele des Netzwerks

Die thematischen Schwerpunkte bzw. aktuellen Herausforderungen verlangen geradezu nach einer Bündelung vielfältiger Kompetenzen. MoDiSeM ist so breit aufgestellt, dass es sich Forschungs- und Entwicklungslinien in kooperativen Projekten mit hohen Erfolgsaussichten widmen kann. Dabei geht es u.a. um Innovationen bei

  • der Erweiterung des Bewegungshorizontes autonomer Kleinstfahrzeuge,
  • insbesondere bei Überwindung von typischen Hindernissen in der Praxis bei Einhaltung von Regeln, die durch beteiligte Menschen ins Spiel kommen (z.B. beim Befahren von Krankenzimmern),
  • Erkennung von Konfliktpotenzialen bzw. real entstehenden Konflikten in größeren Menschen-Ansammlungen,
  • der Kollaboration zwischen terrestrischen Fahrzeugen und UAV,
  • der Unterstützung von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen mittels adaptiver, sensorgestützter Prothetik,
  • der Navigation in unübersichtlichen und schwer zugängigen Räumen wie stillgelegte Stollen oder auch Schiffsrümpfe

Im Rahmen einzelner Etappen langfristiger Innovationsprozesse wird das Netzwerk gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Ziele bestehen dabei einerseits in der Verbreitung neuer Erkenntnisse in der Fachwelt, andererseits aber auch in der Information der allgemeinen Öffentlichkeit. Dabei geht es um den Abbau unberechtigter Sorgen, Ängste und Bedenken.

Die meisten Aufgaben von MoDiSeM erfordern neben wissenschaftlich-technischen auch ethische, soziale und juristische Kompetenzen. Auch hinsichtlich dieser Herausforderung ist MoDiSeM gut aufgestellt. ELSI (Ethische, legale und soziale Implikationen) spielen in der FuE-Arbeit eine herausragende Rolle.

Arbeitsweisen zur Ziel-Erreichung

Die Arbeitsweise des ZIM-Kooperationsnetzwerkes MoDiSeM wird u.a. durch folgende Aktivitäten geprägt:

  • Durchführung Netzwerk-interner Workshops zu
    • kooperativen FuE-Initiativen und anderen Schritte zu erfolgreichen Innovationen,
    • gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeiten wie Messeauftritte mit Gemeinschaftständen,
    • Finanzierungsmöglichkeiten für die Durchführung von Forschung & Entwicklung (FuE), insbesondere Bewertung regelmäßiger Förderprogramme und temporärer Calls,
    • zur Bildung von FuE-Konsortien,
    • zum Informationsaustausch zu relevanten wissenschaftlich-technischen Entwicklungen
  • Beratungen in FuE- Konsortien zur Spezifikation konkreter Forschungsprojekte
  • Kooperative Beantragung von Fördermitteln
  • Kooperative Durchführung von FuE
  • Gemeinsame Auftritte auf Messen und Ausstellungen
  • Organisation und Durchführung wissenschaftlich-technischer Veranstaltungen, von Transfer-Tagen und Bürgerforen
  • Kooperative Entwicklungen im Auftrag von Wirtschaft und Verwaltung
  • Gemeinsame Schritte in Richtung Mittelstand 4.0